Kunsttherapie

 

Kunsttherapie ist eine künstlerische Therapieform. Sie findet im Einzel- oder im Gruppensetting statt und ermöglicht innerhalb eines geschützten therapeutischen Rahmens einen Zugang zu unbewussten Gefühlen.

In einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung werden innere Prozesse mit unterschiedlichen Materialien (Farbe, Ton, Holz, Speckstein u. a.) und Medien der Kunst angeregt und sichtbar gemacht.

Im klinischen Kontext (insbesondere in tiefenpsychologischer und analytischer Kunsttherapie) werden Bilder und Objekte auch als diagnostisches Mittel eingesetzt.

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Durch den Einsatz unterschiedlicher Materialien werden Erinnerungen und Lebenszusammenhänge, die bisher im Unbewußten blieben, auf nonverbale Weise im Bild oder Gestaltungsobjekt sichtbar gemacht. Erfahrungen, Gefühle und Handlungsweisen erscheinen dadurch in einem neuen Licht und können zum Wegweiser für das eigene Leben werden.

Klient malt Bild: Glaube an die Zukunft„Glaube und Hoffnung sind mir wichtig, und was wäre das Leben ohne den Glauben an die Zukunft?“

Was kann die Kunsttherapie bewirken?

Die Kunsttherapie kann innere Prozesse auf seelischer, geistiger und körperlicher Ebene anstoßen. Sie kann dazu beitragen, Krisen, Ängste und traumatische Erfahrungen besser zu bewältigen.


Klient malt Bild: Wolke der HoffnungIn der Kunsttherapie sollte immer von den gesunden Anteilen im Menschen ausgegangen und diese gefördert werden, denn kunsttherapeutische Interventionen wirken identitätsbildend, stabilisierend, entwicklungs- und kommunikationsfördernd.

Das prozesshafte Erleben im Gestaltungsprozess steht dabei im Mittelpunkt. Dies schließt nicht aus, dass am Ende des Prozesses ein Kunstwerk in Erscheinung treten kann.

Kunsttherapeutische Vorgehens- und Handlungsweisen sind geprägt von verhaltentherapeutischen, anthroposophischen, systemischen, humanistischen und tiefenpschologischen Handlungs- und Denkweisen.

Für welchen Personenkreis ist die Kunsttherapie geeignet?

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Kunsttherapie eignet sich für Menschen aller Altersgruppen, die sich gerne kreativ betätigen wollen. Sie kann pädagogisch oder therapeutisch eingesetzt werden.

Menschen mit traumatischen Erfahrungen benötigen in der kunsttherapeutischen Begleitung in besonderem Maße einen stabilisierenden und schützenden Rahmen.
Den inneren Bildern Ausdruck zu verleihen, kann für viele Menschen ein erster Schritt sein, sich nach traumatischen Erfahrungen zu äußern. Gerade dann, wenn die Sprache versagt und es schwer fällt, das Erlebte in Worte zu fassen, kann das Malen und Gestalten ein behutsamer Weg der persönlichen Auseinandersetzung sein. Damit das Trauma nicht immer wieder reaktiviert wird, ist es wichtig im gestalterischen Prozess ein Gegengewicht zu setzen und neben dem Schmerz auf die positven Ressourcen zu schauen.

Für eine fachlich kompetente kunsttherapeutische Arbeit mit kriegstraumatisierten und traumatisierten Menschen ist es notwendig, eine fundierte Ausbildung sowie ein Grundwissen in Traumaberatung und Traumatherapie zu besitzen und dieses auch anwenden zu können.

Kunsttherapie in der stationären Altenhilfe

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„Da lacht die Koralle!“

Humor ist nicht nur ein Türöffner, sondern ein wichtiges Kommunikationsmittel im Umgang miteinander. Dies setzt jedoch voraus, dass die TeilnehmerInnen sich wertschätzen. Als Kunsttherapeutin ist es meine Aufgabe, die gegenseitige Wertschätzung zu fördern und im kreativen Prozess zu stärken. In diesem Sinne ist Malen und kreatives Gestalten auch ein soziales und kommunikatives Medium.

„Malen macht nur Freude, wenn man dranbleiben kann. Ich habe immer gerne gemalt, doch dann kam der Krieg und es war keine Zeit und keine Ruhe mehr.“

Viele ältere und alte Menschen haben seit ihrer Kindheit nicht mehr gemalt und das Malen ist für einige von ihnen in erster Linie mit einem Leistungsanspruch und mit Perfektion verknüpft: „Ich kann nicht malen, ich habe kein Talent!“  Dies ist die häufigste Antwort, die ich, wenn ich zum wöchentlichen Malangebot einlade, erhalte. So sind die TeilnehmerInnen, die sich zum Malen anregen lassen, letztendlich doch erstaunt, was sie auf das Papier bringen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA„Eine Künstlerin wird aus mir nicht mehr, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich Freude am Malen habe. Es sieht ja nicht schlecht aus!“

Bild FloraKlientin malt Bild mit Fliegenpilz

Bild mit Förster vor seinem Haus

 

Zeitungsartikel von Gabriele Pfaus-Schiller über die kunsttherapuetische Arbeit im Haus am Rosengarten in Bondorf

„Erinnerungen erwachen in neuen Bildern“

Artikel im Gäuboten – Herrenberger Zeitung

Flyer Kunsttherapie EAH